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Eine Geschichte des Duftes

Lektüre von sieben Minuten



Von den frühesten internen Experimenten bis hin zu unseren neuesten Formulierungen: eine Geschichte von ätherischen Ölen, Geduld und der Wissenschaft der Parfümerie. Beim Erleben unserer Formulierungen bemerken Kundinnen und Kunden häufig die Düfte, die aus einer Vielzahl botanischer Öle gewonnen werden.

Intern jedoch werden diese Düfte als wenig mehr als ein besonders angenehmes Nebenprodukt betrachtet: Wir haben ätherische Öle stets in erster Linie aufgrund ihrer Vorteile für Haar und Haut verwendet.




Die Kreation unserer ursprünglichen persönlichen Düfte, Mystra und Marrakech, war das erste Mal, dass wir Produkte entwickelten, deren einziger Daseinszweck olfaktorisches Vergnügen war.

Seitdem, vor etwa fünfzehn Jahren, haben wir Mystra verabschiedet, Marrakech neu entwickelt und sechs weitere Düfte in unser Sortiment aufgenommen—jeder einzigartig in Inspiration und Komposition.



2001

Das neue Jahrtausend fiel mit unseren ersten Eigenentwicklungen von persönlichen Düften zusammen. Diese frühen Experimente wurden durch Kundinnen und Kunden angeregt, die im Laufe der Jahre den Wunsch geäußert hatten, Parfums oder Colognes zu kreieren, die die Akzente bestehender Aesop Body Care Formulierungen „verlängern“.

Die Parfümindustrie ist übersättigt mit Produkten, die unter strengen Zeitvorgaben für den Massenmarkt erstellt werden und oft von veralteten Vorstellungen von Zielgruppen angetrieben sind. Unser Prozess der Produktentwicklung war stets methodisch und wissenschaftlich, und dies trugen wir auch in die Erkundung von persönlichen Düften hinein—ein Vorhaben, das von Leidenschaft und nicht vom Markt getrieben wurde.

Anfänglich versuchten wir, Düfte aus puren ätherischen Ölen zu kreieren und passten systematisch ihre Konzentrationen und Kompositionen an.



2005

Das ursprüngliche Marrakech Eau de Toilette—Probe 64.1 in einer akribischen Serie von Prototypen—enthielt hochkonzentrierte Öle von Sandelholz, Rose, Jasmin und Neroli. Zu dieser Zeit wurde Aesop von den Medien oft als „Kultfavorit“ beschrieben—aufgrund unserer relativ kleinen Präsenz und des Verzichts auf Werbung, so hofften wir, und nicht aufgrund irgendeiner Heaven’s-Gate-ähnlichen „Assoziation“. Marrakech verkörperte diese Nische mehr, als den meisten bewusst war: Die ersten Chargen wurden in unserem Labor in Carlton gefertigt, mazeriert und von Hand abgefüllt.



Es gab kein Zielpublikum: Unser erster Duft war schlicht einer, den wir liebten und der Aesop ausdrückte.

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2006

Das byzantinisch inspirierte Mystra wurde im darauffolgenden Jahr lanciert, mit Noten von Labdanum, Weihrauch und Mastix. Es war ein harziger, intensiver Duft, zugleich schroff und anziehend. Wie Marrakech war es eine Abkehr von den sauberen, blumigen, fröhlichen Parfums, die damals modisch waren, und wie Marrakech wich es mühsamen Geschlechterbinaritäten aus und fand allseits Gefallen.

Die Schwierigkeit beim Arbeiten mit konzentrierten ätherischen Ölen ist jedoch ihre Flüchtigkeit. Dies bedeutete, dass die Düfte trotz ihrer intensiven Präsenz beim Auftragen zu schnell verflogen. Erkennend, dass wir auf etablierte Parfümeriewissenschaft zurückgreifen mussten, begannen wir, Formulierungen zu entwickeln, die eine längere Haltbarkeit auf der Haut bieten würden.


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2012

In unserem Bestreben, mehr über zeitgenössische Parfümerietechniken zu erfahren, wurden wir dem französischen 'Nase' Barnabé Fillion vorgestellt, mit dem wir eine langjährige Arbeitsbeziehung eingingen. Barnabé, dessen Hintergrund Studien in Botanik und Phytotherapie umfasst, stellte sich der Herausforderung, unseren ersten Duft zu dekonstruieren und neu zu gestalten.



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2014

Das neu vorgestellte Marrakech Intense Eau de Toilette wurde mit großem Beifall gefeiert. Mit Hauptnoten von Nelke, Sandelholz und Kardamom bewahrte es die würzig-blumige Wärme seines Vorgängers, bot jedoch eine längere Haltbarkeit auf der Haut.

2015

Ein Jahr später wurde Tacit Eau de Parfum geboren—das Ergebnis einer weiteren Zusammenarbeit, diesmal mit der Parfümeurin Céline Barel. Tacit schien kurz nach dem neu gestalteten Marrakech Intense zu erscheinen, seine Entwicklung erstreckte sich jedoch tatsächlich über sieben Jahre. Das Briefing für den Duft umfasste eine Triade von Ingredienzien (Yuzu, Vetiver und Basilikum); einen Film (Wong Kar-wai’s In the Mood for Love); einen Künstler (Giorgio de Chirico); einige Songs von Serge Gainsbourg; und einen spezifischen Grünton (Pantone Nr. 363).




2017

Unsere andauernde Zusammenarbeit mit Barnabé Fillion brachte den dritten Zugang zu unserer Duftreihe hervor: Hwyl Eau de Parfum, mit seinem erdigen, harzigen Profil. Es nimmt seinen Namen von einem walisischen Begriff, der „ein aufwühlendes Gefühl emotionaler Motivation und Energie“ bedeutet; doch der Duft selbst wurde inspiriert von der Stille und Ruhe der alten Hinoki-Wälder Japans. Seine holzige, rauchige Faszination entspringt Noten von Zypresse, Weihrauch und Vetiver.



Zur Feier der Einführung von Hwyl arbeiteten wir mit dem Künstler Oliver Sévère und der Komponistin Julia Kent zusammen, um einen Kurzfilm mit dem Titel „The Space Between Us“ zu kreieren.




2020

Wir konzipierten Marrakech Intense erneut und wandelten es von einem Eau de Toilette zu Eau de Parfum. In dieser neuen, konzentrierteren Form drückte der Duft stärkere Intensität und eine längere Haltbarkeit aus. Marrakech Intense ist sowohl als Eau de Parfum als auch Parfum erhältlich.

Die Visionärin der Moderne Charlotte Perriand war die Muse für Rōzu Eau de Parfum—unseren ersten blumigen Duft. Ganz wie jene, die ihn inspirierte, unterläuft er Erwartungen: Weit entfernt von einem süßlichen Rosenduft, ist Rōzu unerwartet grün und leicht rauchig und spiegelt den gesamten Lebenszyklus seiner namensgebenden Blume wider.

Die in Paris geborene Perriand, die bei Corbusier studierte und später mit ihm arbeitete, war eine begeisterte Alpinistin und Naturliebhaberin, die viele Jahre in Japan verbrachte. Dieser Duft, mit seinen Noten von Rose, Shiso und Guajakholz, verkörpert ihre Leidenschaften und ihren unerschrockenen Geist.




© Adagp, Paris, 2020; © Archives Charlotte Perriand




2021

Dieses Jahr markiert die Einführung eines Trios von Düften, zusammengefasst unter dem Titel Othertopias—Miraceti, Karst und Erémia.






Miraceti—das Boot—ruft eine gefährliche Reise auf See in Erinnerung. Warm und erdig, mit balsamischen Akkorden und einem Hauch des salzigen Ozeans, wird es durch Hauptnoten von Labdanum, Ambrette und Styrax geprägt.

Karst beschwört das Ufer herauf, zugleich frisch und mineralisch. Kopfnote aus Wacholder und Bergamotte führen zu tief grünen Basisnoten aus Vetiver und Zeder, denen Sandelholz eine harzige Tiefe verleiht.

Erémia entfacht eine Vision der Wildnis an unerwarteten Orten; wie die Natur sich urbanen Räumen zurückerobert. Noten von Galbanum, Iris und Yuzu verleihen diesem Duft eine lebendige, grüne Charakteristik—denken Sie an Erde, Moos, moschusartige Blüten, regendurchtränkten Asphalt und unermüdliche Wildblumen.

2022

Angeregt durch den Mythos von Narziss, ist Eidesis provokativ und zugleich tröstend, verführerisch und doch deutlich unkonventionell—ein holziger, würziger, ambrierter Duft, der Körper und Geist lange nachhallt.

Eidesis Eau de Parfum ist eine Komposition aus pikantem schwarzen Pfeffer, harzigem Weihrauch und fesselndem Sandelholz, die neugierige Geister anzieht.




„Parfüm ist die Stimme lebloser Dinge.“

Mary Webb



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